Angst


13 Oct
13Oct

Angststörung

Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist weit mehr als ein Gefühl von Stress und Sorgen. Stress und Angstgefühle sind eine natürliche Reaktion auf Situationen, in denen der Mensch unter Druck steht. Diese Gefühle gehen in der Regel wieder weg, sobald die stressige Situation geklärt oder die stressauslösende Ursache beseitigt ist.

Eine Angststörung liegt vor, wenn die Angstgefühle nicht abklingen, sondern andauern und ohne einen bestimmten Grund fortbestehen. Sie ist ein ernstes Krankheitsbild, bei dem die Betroffenen Schwierigkeiten haben, den Alltag zu bewältigen. Alle Menschen sind gelegentlich von Angstgefühlen betroffen, aber bei Personen mit Angststörung können diese Gefühle nicht einfach gesteuert werden. Expertinnen beziehungsweise Experten schätzen, dass in Österreich 16 Prozent an einer behandlungsbedürftigen Angstkrankheit leiden. Eine genaue statistische Erfassung existiert derzeit noch nicht. Frauen sind deutlich häufiger von Angsterkrankungen betroffen.

Ursachen von Angststörung

Wie bei der Depression ist es häufig eine Kombination verschiedener Faktoren, die zur Entwicklung einer Angststörung führen können.

Psychische Probleme in der Familiengeschichte

Bei Menschen mit Angststörung liegen Fälle psychischer Erkrankungen oft in der Familie vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Person automatisch eine Angststörung entwickelt, wenn ein Elternteil oder ein naher Verwandter bereits eine psychische Erkrankung hatte.

Auch andauernde belastende Ereignisse können Symptome einer Angststörung auslösen.

Gewöhnliche Auslöser sind:

  • Belastung bei der Arbeit oder Arbeitsplatzwechsel
  • Veränderung der Lebensumstände
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Probleme in der Familie und in Beziehungen
  • Psychischer Schock infolge eines erschütternden oder traumatischen Ereignisses
  • Verbale, sexuelle, körperliche oder emotionale Misshandlung oder Trauma
  • Tod oder Verlust eines geliebten Menschen

Körperliche Erkrankungen

Andauernde körperliche Erkrankungen können ebenfalls Angststörungen auslösen. Dadurch kann die Behandlung der Angststörung beziehungsweise der körperlichen Erkrankung erschwert werden. Typische Erkrankungen hierfür sind:

  • Hormonelle Probleme (zum Beispiel Schilddrüsenüberfunktion)
  • Diabetes
  • Asthma
  • Herzleiden

Sollte eine dieser Beschwerden bei Ihnen vorliegen, lassen Sie diese medizinisch abklären, um eine mögliche körperliche Ursache für Ihre Angstzustände auszuschließen.

Drogenkonsum

Starker oder dauerhafter Konsum von Substanzen wie Alkohol, Haschisch, Amphetaminen oder Beruhigungsmitteln kann bei Menschen Angststörungen verursachen, insbesondere wenn die Wirkung der Substanz nachlässt. Daher steigern Menschen mit Angststörung bisweilen den Konsum, um die beim Entzug entstehenden Ängste auszuhalten. Dies kann den Zustand immer weiter verschlechtern.

Persönlichkeitsfaktoren

Untersuchungen weisen darauf hin, dass Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen eher zu Angststörungen neigen. Zum Beispiel Kinder, die perfektionistisch und leicht erregbar sind, wenig Selbstvertrauen haben oder alles unter Kontrolle haben möchten, entwickeln manchmal in ihrer Kindheit oder später als Erwachsene Angststörungen.

Jeder Mensch ist anders und häufig ist es eine Kombination aus vielen Faktoren, die zur Entwicklung einer Angststörung bei einem Menschen beitragen. Daher ist es oft schwer, die Ursache einer Angststörung eindeutig festzustellen. Obwohl man angstauslösenden Situationen manchmal ausweichen kann, sollte dieses Verhalten nie das eigene Leben bestimmen. Wenn dieses Vermeidungsverhalten die Art und Weise des täglichen Lebens so einschränkt, dass es als Belastung erlebt wird, sollte man dringend psychotherapeutische Hilfe suchen. Angststörungen sind sehr gut behandelbar und je früher diese psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen wird, desto schneller kann man sie wieder loswerden.

Anzeichen und Symptome

Die Symptome einer Angststörung können sich oft auch erst im Laufe der Zeit entwickeln. Da jeder Mensch Angst kennt, ist es oft schwierig abzuschätzen, wann die Angst das „normale“ Maß übersteigt. Damit also eine Angststörung diagnostiziert werden kann, muss der Zustand einen einschränkenden Einfluss auf das Leben von Betroffenen haben (zum Beispiel traut man sich nicht mehr aus dem Haus oder vermeidet Aufzüge oder geschlossene Räume,…..). Es gibt verschiedene Arten der Angststörung und bei jeder einzelnen treten wiederum unterschiedliche Symptome auf.

Gängige Symptome sind unter anderem:

  • Hitze- und Kälteausbrüche
  • Herzrasen
  • Beklemmung in der Brust
  • Rasant wachsende Sorgen
  • Zwanghaftes Denken und Zwangsverhalten

Dies ist nur eine kleine Auswahl von vielen Symptomen, die auftreten können. Wenn Ihnen einige davon bekannt vorkommen, sollten Sie aber keine Selbstdiagnose vornehmen. Lassen Sie die Symptome bei einem Arzt Ihres Vertrauens abklären um mögliche  körperliche Ursachen auszuschließen. Danach vereinbaren Sie einen Termin bei einer Psychotherapeutin- oder einem Psychotherapeuten Ihrer Wahl, dieser wird Sie über die unterschiedlichen Arten der Angststörungen aufklären und Sie therapeutisch begleiten.

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